04 | Entspannte und schöne Tage in Dresden

24.06. – 30.06.2016 | Dresden. Am Dienstag den 24.06.16 um 16:00 Uhr fuhren wir schließlich mit dem Zug vom Leipziger Hbf nach Dresden. Der Zug schien fürs Weiterkommen die beste Wahl. Zumal wir eh einen mehrtägigen Aufenthalt von drei Tagen in Dresden planten. Somit haben wir vor den ersten Etappen durch die sächsische Schweiz Zeit uns zu regenerieren und Tobis Knie zu schonen. In Dresden hatten wir das Glück, bei meinem Cousin Harald und seiner Freundin Elli unterzukommen – feine Sache 🙂

Obwohl wir bereits Tags zuvor beschlossen hatten mit dem Zug zu fahren kamen wir an jenem Morgen nicht so richtig in die Gänge. Keine Ahnung woran das lag, aber ich vermute wir wollten einfach nicht weg aus dem schönem Leipzig (tolles Wetter, super nette Leute, nette Polizisten ;), der Flair der Straßen mit den Leuten …). Somit wurde aus der geplant lockeren Fahrt zum Hbf ein kleines Zeitfahren. Laut der Wegbeschreibung wären wir erst kurz vor 16:00 Uhr angekommen und das erschien uns zu knapp, da wir uns noch kein Ticket gekauft hatten und mit unseren vollgepackten Fahrrädern noch irgendwie durch das Getümmel an Leuten kommen mussten. Glücklicherweise waren wir 10 Minuten schneller als erwartet, trotz unserer vollgepackten Räder, und der Leipziger Hbf ist super modern und bietet dank Rolltreppen ein schnelles vorankommen. Fazit: wir haben unseren Zug tatsächlich geschafft und wir waren schön nassgeschwitzt. Aber es hat sich gelohnt, da die Bahn doch tatsächlich pünktlich abfuhr ^^

In Dresden mit dem Zug angekommen entschieden wir uns bereits an der Haltestelle Neustadt auszusteigen und mit dem Fahrrad auf dem Weg zu meinem Cousin und seiner Elli ein wenig die Stadt zu erkunden. Auf dem Weg dorthin bei super Wetter schnappten wir unsere ersten positiven Eindrücke von Dresden. Wir querten über die Albertbrücke die Elbe und hatten einen fantastischen Blick auf die Altstadt von Dresden. Für Tobi war es die erste Begegnung mit Dresden und er schien von der Architektur ganz fasziniert zu sein. Weiter fuhren wir kurze Zeit später durch den Park Großer Garten. Der Park war gefüllt von Menschen, welche durch den Park spazierten oder joggten, Fahrrad fuhren oder einfach nur chillig auf einer Bank saßen und die Umgebung beobachteten. Direkt am anderen Ende des Parks waren wir am Ziel angekommen und Harald wartete bereits im Vorgarten auf unsere Ankunft. Mann tat das gut ihn nach 1,5 Jahren wiederzusehen :). Zudem wartete noch ein neues Familienmitglied auf unsere Ankunft. Zwischen der heutigen und letzten Begegnung hatten die beiden sich einen Hund zugelegt namens Laika, eine Mischung aus Husky und vermutlich Windhund. Wissen tut das zweite keiner so genau. Auf jeden Fall eine ganz liebevolle Hündin, welche die Tage stets aufpasste, wo wir uns alle aufhielten und das ja keiner dem Rudel verloren geht ^^

Nach der Bekanntmachung mit Laika und den kräftigen Umarmungen haben wir unsere Drahtesel entpackt und im Keller sicher untergebracht. Die Wohnung ist der absolute Hammer. Man muss sich eine große alte Stadtvilla vorstellen mit einem riesigen Garten vor und hinter dem Haus. Für Laika ausreichend Platz sich auszutoben. Unten sitzen Ärzte und Versicherungen und in den oberen Etage befinden sich die Wohnungen. Für die beiden war diese Wohnung ein absoluter Glücksgriff und das für einen sehr fairen Preis. Leider fand im letzten Jahr ein Eignerwechsel statt und der neue Eigner hat Eigenbedarf angemeldet, so das alle Mietparteien inklusive der Firmen das Gebäude in den nächsten Monaten verlassen müssen. Sehr schade, aber dafür haben die beiden bereits eine neue Wohnung mit herrlichem Blick auf die Elbe und Altstadt gefunden. Denke das lässt sich aushalten 😉

Während wir noch fröhlich und munter quatschten kam Elli nach Hause und die nächste kräftige Umarmung folgte 🙂 Als nächstes folgte das wichtigste, ab in die Wohnung und mit einem kalten Bier anstoßen – GEIL. Da Tobi mit Alkohol nichts anfangen kann, stieß er mit Cola dazu. Auf dem Südbalkon, mit schickem Blick in den Garten, quatschten und chillten wir ausgiebig. Irgendwann fingen bei uns allen der Magen an nach Essen zu schreien und wir kredenzten eine schöne fette Portion Nudeln mit Thunfisch-Tomaten-Sauce. Ich hatte die Ehre die Zwiebeln zu schnippeln und fing gleich an zu heulen. Da Tobi genauso wie mit Alkohol auch nichts mit Fisch anfangen kann, gab es für ihn eine Pizza. Als hanseatischer Fischkopf kein Fisch essen, oh man eh. Er weiß gar nicht, was seine Geschmacksnerven da verpassen 😉

Nach dem Essen lümmelten wir uns allesamt auf die Couch und schauten entspannt Fernsehen. Später packte uns alle die Motivation und wir machten einen Nachtsparziergang durch die Dresdner Altstadt. Dafür lieben wir den Sommer, einfach mal mitten in der Nacht nur im T-Shirt und kurzer Hose die Wohnung zu verlassen. Sich mitten in einer Sommernacht durch Dresden zu laufen ist ein Genuss. Die Gebäude, welche alle von warmen Licht angeleuchtet werden, sorgen für eine traumhafte Atmosphäre. Später fuhren wir noch ans andere Elbufer zur neuen Wohnung der beiden. Auf dem Weg dorthin hielten wir noch an einem Späti und versorgten uns mit Bier und Cola.

In der Zwischenzeit fing mein rechter Fuß an dick zu werden. Dies begann bereits schon beim Abendbrot. Der Fuß wurde so dick, dass ich beim Laufen Schmerzen hatte. Die anderen sagten, ich hätte einen Elefantenfuß. Auf der Suche nach der Ursache, fiel mir ein, dass mich zwei Tage zuvor solch komische Fliegen blutig gebissen hatten (s. Blogeintrag Leipzig). Ich hatten diesen Biestern noch gespannt zugeschaut, was diese auf meinem Fuß machen, bis an einer Stelle ein bisschen Blut herunterlief. Daraufhin habe ich erst einmal alle „Fliegen“ verscheucht und sah das ich neun blutige Stellen rund um mein Fußgelenk, von der Achillessehne bis zur Vorderseite, hatte. In diesem Moment dachte ich noch: „Wird schon nicht so schlimm sein“. Aber nun ging mir nur eins durch den Kopf – düdüm. Tobi war so gut und hatte mal Prof. Dr. Google gefragt und interessante Beiträge zur Kriebelmücke gefunden. Diese passen 1:1 auf diese Biester. Durch den Stich können Bakterien in die Wunde gelangen, welche zur Schwellung, Kreislaufstörungen und bis zum Tod beim Massenbefall führen können. Wie gut das ich auf meinem linken Fuß auch noch ein paar solcher Stiche hatte. Das wäre doch genug Stoff für einen schönen Trash-Film auf Tele 5 Film oder? – Angriff der Killermücken / Mosqnado –

Als wir wieder daheim waren, habe ich die Schwellung mittels Kühlung bekämpft und die Füße hochgelegt. Später gingen wir zu Bett und wir beiden pennten super auf deren Couch. Am nächsten Morgen schliefen wir bis weit in den Tag hinein. Später fuhr mich Harald zur Apotheke, wo mir Hydroxychinolini, Cortison und Kühlakkus empfohlen wurde. Die gute Frau kannte das aus eigener Erfahrung und meinte, dass dies ca. drei Tage anhält. Schauen wir mal! Von den Kühlakkus habe ich gleich zwei gekauft, eins für Tobis Knie und ein für mein rechten Fuß. Kaum waren wieder zuhause, habe ich mir ein Verband mit dem Hydroxychinolini um den Fuß gelegt und in Tüten eingepackt, damit ich nicht die ganze Wohnung mit dem Zeug einsaue.

Der Tag verlief ziemlich entspannt. Bis gegen 13 Uhr saßen wir noch am Frühstückstisch. Leider musste Elli den Tag über arbeiten. Gegen 16 Uhr haben wir meinen Onkel und Tante, meinen Vater, Harald und wir beide bei meinem Onkel auf der Terrasse gesessen und lecker Kuchen gegessen 🙂 Später ging es in den Garten und es wurde lecker gegrillt. Das Wetter war zum Glück gnädig mit uns. Lange Zeit sah es nach Regen aus. Kaum im Garten angekommen, hatten Tobi und ich uns in den Kirschbaum verliebt – lecker.

Zu den beiden Folgetagen gibt es nicht viel zu berichten. Das waren Tage, wo wir einfach mal nichts gemacht haben, außer Hartz IV TV, Füße und Knie schonen – GEIL 😉 Meinem Fuß tat das sehr gut, sodass ich wieder Fahrrad fahren und laufen konnte, ohne Probleme. Die Apothekerin hat recht behalten 😀

Am Dienstagnachmittag machten wir uns auf in die Stadt, um endlich mal die Stadt kennenzulernen. Wir hatten traumhaftes Wetter und genossen den Tag in vollen Zügen.

Am Abend hatten wir, wie zuvor schon in Leipzig, eine sehr schöne Begegnung am Waldschlösschen. An jenem Abend hatten wir uns dort mit Michi getroffen. Sie ist eine sehr reiselustige, sympathische und lebensfrohe Frau. Südostasien ist ihr ‚place to be‘, auf http://travel-for-soul.com berichtet sie von ihren aufregenden und interessanten Reisen. Aber sie reist nicht nur gerne, sondern engagiert sich auch sehr stark im sozialen Bereich, ganz nah an der einheimischen Bevölkerung in Nepal. Wir könnten hier viel erzählen, aber stattdessen wollen wir Interessierte auf http://www.hope-for-nepal.com weiterleiten. Es war sehr spannend, interessant und inspirierend ihr zuzuhören! Mein lieber Scholli, die gute Frau hat so einiges erlebt! 🙂 Aber wie kam es zu dieser Begegnung, mag sich nun vielleicht der eine oder die andere fragen?

Robert hatte einen Tag vor unserer Abfahrt eine Mail an Ronald Prokein (ebenfalls ein Rostocker Jung^^) geschrieben. Für jene die ihn vielleicht nicht kennen sollten, er ist ein leidenschaftlicher Abenteurer und der jüngste Weltumradler aller Zeiten. Als damals 22-Jähriger umradelte er 1994, zusammen mit dem gleichaltrigen Markus Möller, die Welt. Dabei wurden 18.000 km zurückgelegt, drei Kontinente durchquert und das ganze in nur 161 Tagen! Wahnsinn! 🙂 Interessierte können hier (http://www.ronald-prokein.de) mehr erfahren. Robert hat bisher alle Bücher von Ronald gelesen, welcher für ihn große eine Inspirations- und Motivationsquelle war und ist. Zur Abfahrt am 12.06. kam er auch zu unserer Überraschung und Freude in den Stadthafen.

Aber wo ist nun die Verbindung zwischen Ronald und Michi? Für alle Neugierigen unter euch, hier kommt sie 😉 Ronalds Geschichten haben ihre Faszination bis heute nicht verloren, sodass er hier und da Vorträge hält und Menschen mit seinen Erlebnissen in den Bann zieht. So auch vor einiger Zeit im sächsischen Wilthen. Im Publikum saß seinerzeit auch Michi, welche gebannt lauschte. Nach der Veranstaltung kamen beide ins Gespräch und haben sich auf Anhieb verstanden. Quasi Seelenverwandte, vor allem was das Reisen betrifft. Zurück zum 12.06. Nachdem Robert und ich losgeradelt sind, hatte Ronald mit Michi telefoniert und ihr von uns berichtet. Sie wiederum fand das wohl recht spannend und interessant, sodass sie uns fragte, ob wir nicht Lust und Zeit auf ein Treffen und Interview hätten. Wir waren da recht platt, da wir damit nicht gerechnet haben, ähnlich wie beim NDR1 Interview mit Ralf Markert.

Nach einigen Schriftwechseln kamen wir zueinander und haben uns unweit des Dresdener Elbufers getroffen. Mit einem großen Lächeln wartete sie auf uns und ich denke, wir waren uns auf Anhieb sympathisch. Wir verbrachten einige Stunden zusammen, lachten und redeten viel über das Reisen und Erlebtes. War ein rundum gelungener Abend! 🙂 Vielen Dank dafür!

Das Ergebnis vom Abend ist hier nachzulesen http://travel-for-soul.com/blog/allgemein/zwei-radler-bitte/

Was Robert und ich noch echt gut fanden, war, dass Michi erst im Alter von 44 Jahren angefangen hat die Welt zu bereisen, ganz fernab von Pauschalurlauben und reservierten Liegestühlen am Pool 😉 Und das auch noch stets alleine! Das zeigt uns, dass man nie zu alt ist, die Welt zu entdecken. Wir sind einen anderen Weg gegangen als Ronald – Ausbildung, Studium, Berufserfahrung gesammelt und dann die Welt entdecken. Michi hat dagegen erst eine Familie gegründet und sich danach ins Abenteuer gestürzt. Heidi Hetzer lässt grüßen^^ Klar, kann man das nicht alles pauschalisieren. Es gibt viele Gründe, welche einen davon abhalten können bzw. warum man die eigenen Reise- und Erkundungswünsche und -sehnsüchte vorerst nach hinten stellen muss. Seien es familiäre Verpflichtungen, die monetäre Situation, Gesundheit, Ängste oder andere Kaugummis, welche einen am heimischen Gefilde kleben lassen. Findet man aber Lösungen, so ist es nie zu spät. Tolle Küchenweisheit, aber sie hat oft genug Leute loslassen lassen. (Als ich vor vielen Jahren mal anfing in der VHS Spanisch zu lernen, war auch ein damals 74-jähriger Herr am Start, mit dem gleichen Ziel wie ich. Fand ich klasse. Spanisch sprechen kann ich trotzdem nicht :D)

Im Anschluss an das Treffen radelten wir im Dunkeln zurück zu Roberts Cousin. Auf dem Weg dorthin flitzten wir die Elbe und unter Brücken entlang, wo eine Spontanparty abgehalten wurde. Wummernde Bässe und von Bier geschwängerte Stimmen und Gelächter schallten durch die Nacht. Vor uns offenbarte sich die Dresdener Altstadt mit der riesigen Zitronenpresse aka Akademie der bildenden Künste, Semperoper und Co., deren bunte Lichter sich auf der Elbe spiegelten. Schöne Szenerie!

An dieser Stelle ein fettes Dankeschön an Elli, Harald und Laika für die Unterkunft. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und die Zeit in Dresden genossen.

Am Donnerstag (30.6.) verspürten wir nach fast einer Woche Hochleistungsfaulenzen wieder Drang uns auf die Räder zu setzen und loszuradeln. Gegen Mittag ging es los und raus aus Dresden. Entlang der Dresdener Elbufer ging es gen Tschechische Grenze. Je weiter wir uns von Dresden entfernten desto mehr verwandelte sich die Landschaft. Die Hänge beiderseits der Elbe nahmen nunmehr einen schluchtenartigen Charakter an. Flussauen, welche man flussabwärts noch zu genüge sah, wichen und grüne Wände stiegen gen Himmel empor. Hier und da wurden diese von schönen und bizarren Gesteinsformationen durchbrochen. Klassiker hier: die Bastei. Das gelbgoldene Abendlicht verlieh dem Ganzen einen besonderen Glanz. Wir durchquerten viele kleine Dörfer, welche durch zahlreiche Fachwerkhäuser geprägt waren. Nach und nach verabschiedete sich die Sonne hinter den Berghängen und signalisierte uns somit, dass es langsam Zeit wird ein Schlafplätzchen zu suchen.

Kurz hinter dem Kurort Rathen fuhren wir an einem großen landwirtschaftlichen Hof vorbei, an dem sich ein kleiner Caravanplatz anschloss. Wir beschlossen spontan unsere Zelte zwischen den Wohnmobilen aufzuschlagen. Da wir leider nix zum Abendessen mit hatten, fuhren wir nach dem Aufschlagen der Zelt fix nach Königstein und schlugen uns dort den Wanzt voll. Danach ging es in die Schlafsäcke. Die zweite Nacht im Zelt auf unserer Tour stand bevor. Wie schon Stunden zuvor, rauschten viele Züge zwischen uns und Elbe entlang. Der Lärm von leeren Regionalzügen, Autotransportzüge und Güterwaggons schallte durch die Nacht.

Der nächste Morgen startete mit frühen Vogelgezwitscher und den gut bekannten Zügen. Der Reißverschluss vom Zelt ging auf und erste Sonnenstrahlen strichen über die feuchte Wiese vor uns. Tautropfen, welche wie am seidenen Faden hingen, platschen auf den Grund. Blick ins Zelt und siehe da, reichlich Kondenswasser. Juhu, wir campen! 😉 Roberts letzte Campingerfahrung stammen aus der Grundschulzeit, meine aus 2003. An oben besagtes Kondenswasser, leicht klamme Schlafsäcke und andere Vergnügen müssen wir uns erst noch gewöhnen, insbesondere meine Wenigkeit …

2018-06-26T13:39:37+00:00 02.07.2016|Deutschland|0 Kommentare